Public Enemies

Montag, November 09, 2009

The only way you're walking out of this jail cell is when we take you out to execute you.
Michael Manns neuester Film hat, wie auch schon "Miami Vice" vor drei Jahren, die Zuschauer regelrecht gespalten. Unoriginell, schon oft gesehen, langweiliges Männerkino, HD-Kameras gähn, Christian Bale buhh - das ist nur ein Teil der Kritiken die man vielerorts hören und lesen konnte.

Eine Vielzahl dieser Argumente kann ich absolut unterschreiben. Bale durchgeht in der Tat ein schwaches Jahr, nachdem er schon in "Terminator Salvation" nicht überzeugen konnte und nun auch in diesem Film einiges zu wünschen übrig lässt. In letzter Zeit war er in zahlreichen Filmen zu sehen und diese vielen Leistungen in kurzer Dauer gaben nun halt doch zu erkennen, dass er vielleicht nicht der versierte Schauspieler ist für den ihn viele hielten. Johnny Depp und Marion Cotillard hingegen spielen solide genauso wie der Rest des Casts, darunter einige bekannte Gesichter früherer Manns.

Am meisten leidet "Public Enemies" an der schwachen Charakterzeichnung und der Tatsache dass die Figuren nicht viel von sich bekannt geben. Was bei "Miami Vice" noch vorzüglich funktionierte, da man dort zwei Undercover Cops verfolgt deren Aufgabe und Leben es ist sich möglichst diskret zu verhalten, kommt diesse Eigenschaft einem renomierten Bankräuber wie John Dillinger einer war nicht so gut. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass Depps Fähigkeiten als Schauspieler verschwendet wurden. Auch bei Bales Charakter, Mervin Purvis, hätte ich mir mehr Einsicht in die Seele eines der ersten FBI-Agenten gewünscht. Mann setzt bei beiden Charakteren zuviel Vorwissen voraus. Beispielsweise kommt gegen Ende das Widerstreben von Purvis gegenüber dem Einsatz zu harter Handlungsmethoden (bspw. bei der Interogation), welches schliesslich zu seinem Selbstmord führt, viel zu wenig klar zum Ausdruck. In dieser Hinsicht hat man eindeutig Potential verschenkt, denn es reicht nicht, die Akteure einfach nur an den Originalschauplätzen agieren zu lassen.

Absolut überzeugend und herausragend ist hingegen einmal mehr Michael Manns Einsatz der HD Kamera, mit der er nicht nur tolle Bilder erreicht, sondern auch ein Authentizitätsgefühl der 30er Jahre das bis heute mit herkömmlicher Filmtechnik nicht erreicht wurde. Stilistisch also weiterhin absolut auf der Höhe. Am Ende muss ich aber schon noch festhalten, dass ich gut unterhalten wurde. Nur, den faden Nachgeschmack dass hier eben doch mehr drin gewesen wäre bringt man auch nicht weg. Next up ist eine Verfilmung des Lebens von Kriegsfotograf Robert Capa. Mal schauen was er draus machen kann. Gegen einen weiteren modernen Thriller hätte ich hingegen auch nichts einzuwenden...

North by Northwest

Sonntag, November 08, 2009

I don't like the way Teddy Roosevelt is looking at me.
Auch der stand schon länger auf meiner Liste, nicht zuletzt da er von vielen als der beste Hitchcock angesehen wird. Das kann ich zwar nicht bestätigen, da mir noch zu viele Sichtungen seiner Filme fehlen, aber was ich mit Sicherheit unterschreiben kann ist die Qualität des Filmes, die auch heute noch zu einem äusserst kurzweiligen Erlebnis beiträgt und seither zu vielen Nachahmungen führte. "North by Northwest" feiert dieses Jahr sein 50 jähriges Jubiläum und man kann nicht von vielen Filmen aus den 50ern sagen, dass sie mit der selben Spannung und Überraschung hantieren. Dies macht einem mehr deutlich wie weit Hitchcock seinen Konkurrenten voraus war.

Ali

Freitag, November 06, 2009

God don't love us! We be.
Dieser Michael Mann stand schon lange auf meiner Liste und hat meine Erwartungen so ziemlich erfüllt. Obwohl ich mit der Sportart Boxen nicht viel anfangen kann, hat sie schon oft bewiesen Stoff für einige spannende Filme zu liefern. Mann versucht hier die Person Mohammad Ali sowie die Intensität der Boxkämpfe möglichst authentisch darzustellen, was ihm vor allem in Letzterem sehr gut gelingt. Der Film beinhaltet wohl die bis heute best-inszenierten Ringkämpfe und Mann enttäuscht auch bei seiner Musikauswahl nicht, die ebenfalls, hauptsächlich gegen Ende, viel zum Ambiente beiträgt. Die Handlung hingegen ist etwas schleppend. Wäre da nicht die hervorragende Leistung von Will Smith hätte der Streifen in der Beziehung noch mehr zu kämpfen.

The Taking of Pelham 1 2 3

Donnerstag, November 05, 2009

Life is simple now. They just have to do what I say.
Kein Film für Hasser der nun schon ziemlich lange bestehenden Scott-Washington-Kombi hat er mich gut unterhalten. Weniger wegen Scotts übertrieben gezeichneten Filmstil oder Washington, sondern vielmehr war es mal wieder schön den Travolta in einer fiesen Rolle besetzt zu sehen, seine Arbeit sogar noch gut machend. Die Handlung beinhaltet nicht viele Überraschungen ist aber solide in der Erzählung sowie in ihrer Darstellung. Der überzeichnete Stil Scotts ging mir jedoch vor allem in der Geldtransport-Szene gehörig auf den Sack (die übrigens total (!) lächerlich ist). Bin sonst überhaupt kein Feind dieser Technik aber irgendwann ist einfach zuviel des Guten. Ansonsten kann man sich den ruhig geben!

Speed

Montag, November 02, 2009

Pop quiz, hotshot. There's a bomb on a bus.
"Speed" gehört definitiv zu den Filmen die ich mir immer wieder anschauen kann. Das liegt nicht nur an den vielen Erinnerungen die ich mit dem Streifen verbinde, sondern auch am für heutige Verhältnisse sehr temporeichen Mittelteil, der alleine den Film sehenswert macht. Anfang und Schluss hinken ein wenig hinterher, doch ist es auch immer wieder schön einen typischen 90-er Actioner zu sehen, bei dem man die Action dank ihrer (meist) Glaubwürdigkeit und dem echten Stuntfeeling noch bewundern kann. Wirklich schade dass die heute nicht mehr so gemacht werden!
[1] November 2007

Transformers: Revenge of the Fallen

Freitag, Oktober 30, 2009

We got a whole bunch of fight coming our way!
Meine Meinung bezüglich des neuesten Bay-Vehikels hat sich auch mit der Bluray-Sichtung nicht gross verändert. Trotz aller Inhaltsleere hat das Teil aber seinen audio/visuellen Reiz der auf dem neuesten Format bestens zur Geltung kommt. Der Slapstickhumor ist hingegen peinlich (die Idee der "Eier" am Devastator kam von Bay persönlich) und auch sonst fühlt sich der Film wie ein Schnellschuss an. Empfehlenswert sind dafür die aufklärenden Specials, die auch einiges über die faszinierende Person MB preisgeben und die Sets wie riesengrosse teure Spielplätze aussehen lassen.
[1] Juni 2009

G.I. Joe: The Rise of Cobra

Mittwoch, Oktober 28, 2009

Let's suit up.
Trotz aller Kritik hat mich Stephen Sommers neuester Blockbuster positiv überrascht. Ich würde den Film sogar als den besten Sommer-Popcorn-Film 2009 betiteln, denn die Action ist erstaunlich gut inszeniert. Den Rest kann man natürlich in die Tonne werfen, aber mit einem sehr anständigen Heimkino geht das schon gehörig ab und ist vor allem eines: kurzweilig. Liegt inszenatorisch wohl sogar noch vor Bays "Transformers 2". Das Ende gibt dann auch noch eine interessante Ausgangslage für einen ziemlich sicheren Nachfolger. Trash in Hochglanzgewand!

Drag Me to Hell

Sonntag, Oktober 25, 2009

I beat you, you old bitch!
Hat gefallen, da man dem Geschehen anmerkt, dass hier ein Horrorspezialist am Werk war der sein Handwerk versteht. Die Schockeffekte sowie deren Inszenierung und Aufbau sind sehr gelungen und diesbezüglich dürfte der Film das Beste des Jahres sein. Storytechnisch happert's hier und da im Erzählfluss und ein für mich doch eher grösseres Negativ war das Finale, von dem ich mir ganz einfach mehr erhofft hatte. Ohne nervige PG-13 Freigabe wäre bestimmt noch mehr drin gelegen, aber auch so ein sehr sehr unterhaltsames Horrorfilmchen mit einem erfrischend eigenen Ambiente.

Orphan

Samstag, Oktober 24, 2009

I'm not your fucking mommy!
Seit "The Hills Have Eyes" habe ich keinen so guten Horrorthriller mehr gesehen, denn wie schon in Ajas Remake baut sich im Zuschauer eine derart grosse Abgeneigtheit gegen das Böse im Film auf, dass man dem nur das Eine wünscht. Das Mitfiebern ist in solchen Suspensethrillern das A und O und der Spanier Jaume Collet-Serra, dessen "House of Wax" ich schon recht anständig fand, schafft diese emotionale Brücke zum Zuschauer bravourös. Wenn diese dumme Göre Esther frech rauslässt What are you going to do? Hit me? dann würde man als Zuschauer am liebsten gleich quittieren. Man fühlt also mit, was in erster Linie dem realistischen Familienbild zu verdanken ist mit dem man sich sehr gut identifizieren kann. Die Darstellerleistungen sind für dieses Genre ausgezeichnet, besonders Vera Farmiga in der Rolle der Mutter und die erst 12-jährige Isabelle Fuhrman als Esther haben mich komplett überzeugen können, zumal letztere sogar noch einen russischen Akzent schafft. Als wäre das nicht schon genug Positives gewesen, setzt der Film mit dem Twist am Ende noch einen drauf, denn auf diese Auflösung wird kaum ein Zuschauer kommen. Das beste ist ja noch, dass das Ganze Sinn macht! Wirklich ein ausgesprochen spannender Horrorthriller, der mit besserer Vermarktung, vor allem besserer Titelgebung, für viel mehr Aufsehen gesorgt hätte. Ganz starker Kandidat für den Horrorfilm des Jahres!

Land of the Lost

Freitag, Oktober 23, 2009

If you don't make it, it's your own damn "vault."
Man muss schon ein grosser Freund von Will Ferrels Arbeit sein um "Land of the Lost" richtig schätzen zu können, denn ich konnte mit dem meist sehr infantilen Humor nicht viel anfangen. Dafür hat Regisseur Silberling, der doch schon eine längere Zeit im Business ist, die "verlorene Welt" sehr ansprechend in Szene gesetzt. Die CGIs schauen überraschenderweise gut aus und machen den Film, obwohl es beim Rest happert, durchaus ansehlich. Der grösste Schwachpunkt dürfte aber die Chemie zwischen den drei Darstellern sein, die meines Erachtens leider inexistent ist.

Trick 'r Treat

Donnerstag, Oktober 22, 2009

Always check your candy.
Die letztjährige Horrorüberraschung von Bryan Singer Protégé Michael Dougherty überzeugt durch eine gelungene Mischung aus (schwarzem) Humor und Horror. Es ist ein Episodenfilm, besteht aus vier verschiedenen Handlungen die jedoch nicht grossartig miteinander verbunden sind, was auch gleich mein grösster Kritikpunkt ist, denn da hätte man mit einer längeren Spielzeit (Film dauert nur 82 Minuten) etwas mehr machen können. Dougherty hat sich von zahlreichen Halloween-Comics inspirieren lassen und das Gesamtbild widerspiegelt dies auch. Die Atmosphäre ist stimmig und passt sehr gut zur Halloweenzeit. Empfehlenswert!

The Last House on the Left

Montag, Oktober 19, 2009

It's the last house on the left if case you forgot.
Das Remake von Wes Cravens gleichnamigen Original gehört, so hab ich mir sagen lassen, zu den berechtigten Neuverfilmungen, weil Cravens dirigierte Fassung heute wirklich nicht mehr prickelnd sei. Da ich vom Altmeister des Suspensefilm viel halte wollte ich mir das Remake nicht entgehen lassen, obwohl er hier nur als Produzent mitgearbeitet hat. Am Ende muss ich sagen war ich aber enttäuscht. Der Film handelt nicht nur von einer Bande skrupelloser Idioten, sondern zeigt die Gewaltbilder auch dementsprechend. Ganz speziell die Darstellung der Vergewaltigung fand ich absolut geschmacklos und definitiv zu weit getrieben. Da spielte ich sogar mit dem Gedanken aufzuhören, was bei mir sonst nie in Frage kommt. Auch bei den restlichen Gewaltszenen wird wirklich alles gezeigt und es stellt sich ein derbes Ambiente ein, dass sonst nur sehr wenige Filme erreichen, das muss man der Produktion lassen. Aber das ist es dann auch, denn der Rest ist Déjà-Vu. Einzig die allerletzte Szene macht ein wenig was wett.

The Proposal

Donnerstag, Oktober 15, 2009

Do you prefer Margaret or "Satan's Mistress"?
Nachdem ich den Trailer schon ziemlich vielversprechend fand und dieser Art von Romantikkomödie nicht abgeneigt bin, war ich gespannt auf den Film, der vor allem auch deswegen interessant ist, weil Sandra Bullock, die ich seit "Speed" irgendwie in mein Herz geschlossen habe, eeeeeendlich mal wieder eine charismatische Rolle übernimmt und diese auch sehr überzeugend darstellt. Mal abgesehen davon dass viele Klischees gezeigt werden, stimmt das Gesamtbild in punkto Ambiente, Humor und Darsteller vollends. Auch die Chemie zwischen Reynolds und Bullock ist da und genau die Gegensätze ihrer beiden Charaktere machen den Film bis zum Schluss sehenswert!

Year One

Sonntag, Oktober 11, 2009

You could be my right-hand man. - I've seen what you do with your right hand. No, thank you.
Gespickt mit vielen bekannten Gesichtern, u.a. Vinnie Jones, Olivia Wilde, Paul Rudd und "McLovin"-Christopher Mintz-Plasse, einem unwahrscheinlichen Duo Jack Black und Michael Cera, "Ghostbusters"-Veteran Harold Ramis hinter und vor der Kamera sowie einem ziemlich ausgeglichenen Stand an guten und schlechten Gags war der Film eigentlich ganz amüsant, wenn auch zu keinem Zeitpunkt innovativ geschweige denn bahnbrechend. Was für zwischendurch oder im heiteren Freundeskreis durchaus aushaltbar.

Snatch

Sonntag, Oktober 11, 2009

Anything to declare? - Yeah. Don't go to England.
Obwohl ich noch einige Filme von Guy Ritchie sehen muss, dürfte dies sein bester sein. Die Story ist toll, das Setting stimmt und die Besetzung sowieso. Vom Stil her unverkennbar und mit Sicherheit des Engländers Spezialgebiet, weshalb ich der kommenden Sherlock Holmes Verfilmung nicht wirklich entgegenfiebere.
[1] Mai 2005